Den Pool pflegen – pH-Wert Messen

Finca mit Pool
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Planschen im Garten
Planschen im Garten

Diese Sommerhitze – was verschafft da die beste Abkühlung? Ein Sprung ins kalte Nass! 

Im besten Fall hat man natürlich einen eigenen Pool. Während Kinder sich meist mit einem Planschbecken zufrieden geben, darf es für Erwachsene gerne auch größer ausfallen. Wobei sich ein betoniertes Becken oder eine versenkte GFK-Wanne nicht unbedingt jeder leisten kann oder will – höchstens vielleicht im Urlaub.

Wie gut, dass es heutzutage viel günstigere Lösungen gibt, wie z.B. verschiedenartige Aufstell-Pools. Wer seinen Garten nicht großartig umgraben möchte, aber dennoch Wert auf eine stabile Lösung legt, dem kann ich aus eigener Erfahrung einen Metallrahmen-Pool* empfehlen. Dieser steht robust da, hat eine starke PVC-Plane und erlaubt ordentliche Tiefen, in die auch mal ein Erwachsener problemlos abtauchen kann. Bei 4 – 5 Metern Durchmesser kann man sogar (ein bisschen) schwimmen oder ganz entspannt auf der Luftmatratze treiben. Und wer Kinder hat, weiß es zu schätzen, diese nicht immer ins Freibad kutschieren zu müssen.

Pflege muss sein

Sobald man etwas Größeres als ein Planschbecken hat, kommt man um die Wasserpflege nicht herum. Denn bei der Menge, die so ein Pool fasst, versteht es sich von selbst, dass man nicht jede Woche frisches Wasser einfüllen kann (in meinem Fall ca. 17.000 Liter).

Wer sich also einen Pool anschafft, sollte die Filterpumpe gleich dazu kaufen. Oft gibt es Startersets inklusive Kartuschenfilter*, deren Verwendung ich aber bei großen Pools nur bedingt empfehlen kann, da man die Kartuschen oft reinigen bzw. erneuern muss. Auch die Durchflussmenge ist hier geringer als bei den Sandfilter-Anlagen*.  Wer die Pumpe nicht im Set kauft, sollte auf ausreichende Leistungsreserven achten. Also so, dass die eigene Menge an Wasser nicht die Obergrenze des auf der Pumpe angegebenen Bereichs darstellt. Denn wenn die Pumpe im Normalfall schon am Limit läuft, hat man keine Chance Verschmutzung oder Algenbefall wieder in den Griff zu bekommen.

Unabhängig von der Art der Filteranlage sollte man etwa 2x wöchentlich den Boden des Pools saugen oder zumindest „fegen“, damit sich die Ablagerungen aufwirbeln und vom Filter eingesaugt werden können. 

Hierfür empfiehlt sich ein Poolsauger, der für die Reinigung an die Filteranlage angeschlossen wird. Ebenso wie eine Bürste zum Entfernen von Algenbelag, dessen Bildung man nie gänzlich verhindern kann. Ich hatte gleich von Anfang an ein Reinigungsset* zugekauft, das mir gute Dienste leistet.

Zudem muss auch die Filteranlage regelmäßig gereinigt werden. Kartuschenfilter* kann man mehrmals auswaschen, bevor man neue Kartuschen einsetzt. Sandfilteranlagen sollten wöchentlich rückgespült werden.

Ebenfalls empfehlenswert ist die Verwendung eines Skimmers*. Dieser saugt den Schmutz ein, der auf der Wasseroberfläche schwimmt und stellt mit dem Fangkorb eine grobe Vorfilterstufe dar. Außerdem erlaubt der Korb auch die Zugabe von Poolchemie, indem z.B. Chlortabletten dort hineingelegt werden.

Pool-Chemie Grundlagen

Um das Wasser sauber zu halten, benötgit man neben der Filteranlage auch etwas Chemie. Im Normalfall reichen Algenschutz* und Chlor*, die man meist in jedem Baumarkt oder im Internet erwerben kann. Oft findet man auch sogenannte Multitabs*, die alle Wirkstoffe vereint in einer Tablette enthalten.

Algenbefall merkt man zuerst an glitschigen Poolwänden und am Boden, später zeigen sich deutliche grüne Flecken bis das ganze Wasser grün wird. Das (meist) flüssige Algizid tötet die Algen ab und verhindert das Wachstum neuer Algen. Das abgestorbene organische Material wird über die Pumpe ausgefiltert. 

Vorsorglich kann man Algizid einmal pro Woche in den Pool gegeben. Die benötigte Menge pro m³ ist je nach Hersteller unterschiedlich und wird auf der Packung angegeben.

Den typischen Chlorgeruch kennt jeder aus dem Schwimmbad. Im heimischen Pool benötigt man meist keine so hohe Konzentration der zur Bakteriendesinfektion eingesetzten Chemikalie.

Bei der Erstbefüllung sowie bei starker Verschmutzung oder Algenbefall sollte man zunächst eine Schock-Chlorung durchführen. Hierbei hilft schnell lösliches Chlorgranulat*.

Für den dauerhaften Einsatz sollte man hingegen langsam lösliche Chlortabletten verwenden, die ihren Wirkstoff langsam und über längere Zeit an das Wasser abgeben. Diese gibt es auch als Multitabs* mit integriertem Algizid.

Als dauerhafter Wert wird ein Gehalt von sogenanntem freien Chlor von ca. 0,5 mg/Liter empfohlen. Bei einer Schock-Chlorung kann sich kurzzeitig über 3 mg/Liter freies Chlor im Wasser befinden.

Chlor baut sich mit der Zeit, besonders bei Sonneneinstrahlung wieder ab. Deshalb sollte man den Chlorgehalt regelmäßig prüfen und ggf. die Dosierung anpassen.

Voraussetzung für die Wirksamkeit der obigen Chemikalien ist ein ordnungsgemäß eingestellter pH-Wert. Dieser wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, wie z.B. Kalk im Wasser, den Abbau von Chlor und andere chemische Vorgänge. Im Optimalfall soll das Wasser neutral sein mit einem pH-Wert zwischen 7,0 – 7,4.

Zur Anpassung des pH-Werts verwendet man pH-Minus*, womit man höhere Werte nach unten korrigieren kann oder pH-Plus*, das zu niedrige Werte erhöht.

Eine Alternative zu Chlor

Alternativ zur ständigen Chlorzugabe kann man auch auf ein Salzwassersystem* setzen, wie ich es in diesem Jahr in Betrieb genommen habe. Hierbei kommt eine Sandfilteranlage mit sogennantem Chlorinator zum Einsatz, der aus im Wasser enthaltenen Salz per Elektrolyse aktives Chlor erzeugt. 

Hierfür wird dem Pool einfaches Siedesalz zugegeben, so wie es auch in Entkalkungsanlagen verwendet wird. Man benötigt 3 kg Siedesalz pro 1000 Liter Wasser.

Das ganze gibt es als Kombigerät oder auch zum Nachrüsten, wenn man schon eine Sandfilteranlage besitzt. Natürlich darf auch beim Salzwassersystem die Pflege nicht vernachlässigt werden, z.B. benötigt man trotzdem Algizid oder kann mit Chlorgranulat eine Schock-Chlorung durchführen, wenn das Wasser stark verschmutzt ist.

Sandfilter Chlorinator Pumpenhaus
Sandfilter mit Chlorinator im Pumpenhaus
Pumpenhaus Sandfilter
Selbst gebautes Pumpenhaus für Sandfilter

Regelmäßige Kontrolle nötig - besonders beim pH-Wert

Sowohl der Gehalt an freiem Chlor als auch der pH-Wert sollten regelmäßig kontrolliert werden, etwa einmal pro Woche. 

Wie bereits erwähnt, ist der pH-Wert eine der wichtigsten Größen, die regelmäßig kontrolliert werden muss. Egal ob Chlor oder Salzwasser, der pH-Wert sollte immer zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Je nach Anfangswert muss der pH-Wert des Wasser nach oben oder unten reguliert werden, wofür es die passenden Chemikalien gibt. Wärmer werdendes Wasser tendiert zu einem höher werdenden pH-Wert, weshalb ich immer pH-Minus* vorrätig habe.

Zur Messung des pH-Werts gibt es verschiedene Methoden. Im Heim-Pool-Bereich üblich sind Teststäbchen* oder Testtabletten*, die ich hin und wieder auch benutze. Was mich stört, ist die Handhabung. Wasser entnehmen, Testtabletten mit nassen Fingern rausfummeln ohne die Tablette dabei zu berühren und dann noch zielgenau ins Teströhrchen buchsieren…

Wesentlich einfacher ist hier ein neues Gadget, das ich mir vor kurzem angeschafft habe: Ein pH-Messgerät*. Dieses ermittelt den pH-Wert elegant auf Knopfdruck. Ob die Genauigkeit auch auf lange Sicht passt, wird sich zeigen. Die ersten Messungen stimmen aber recht gut mit den Vergleichsmessungen per Tablette überein.

Intex Frame Pool

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